2.2.1 Grundlagensammlungen – thematische Rahmen für Kompendien
Wenn Grundlagen ungeordnet gesammelt werden, fehlt der Überblick über Zusammenhang, Zuständigkeit und Nutzung. Dadurch wird Governance aufwendig und fehleranfällig.
Grundlagensammlungen schaffen einen thematischen Rahmen für zusammengehörige Wissensbestände. Sie machen sichtbar, welche Grundlagen gemeinsam organisiert und in abgegrenzten Wissensgebieten bereitgestellt werden.
Grundlagensammlungen sind übergeordnete Strukturelemente im Bereich der inside-Grundlagen. Sie bündeln zusammengehörige Grundlagen in einem gemeinsamen thematischen Rahmen.
Eine Grundlagensammlung enthält selbst keine einzelnen Wissenseinträge. Sie fasst mehrere Kompendien zusammen und schafft damit eine nachvollziehbare Ordnung für größere Wissensbestände.
Eine Grundlagensammlung kann mehreren Domains zugeordnet sein. So lassen sich zusammengehörige Grundlagen zentral bündeln und in verschiedenen abgegrenzten Wissensgebieten bereitstellen (z.B. abteilungsübergreifend).
Die Domain-Zuordnung definiert die Bereitstellung der Sammlung, nicht die inhaltliche Strukturierung einzelner Grundlagen.
Die inhaltliche Strukturierung erfolgt innerhalb der Grundlagensammlung auf Ebene der Kompendien und Grundlageneinträge. Dort werden Inhalte gegliedert, beschrieben und präzise referenzierbar gemacht. Änderungen an Grundlagensammlungen betreffen deshalb vor allem die thematische Zusammensetzung und die Zuordnung zu Domains, nicht den Inhalt einzelner Kompendien oder Einträge.
Rollensicht
Entscheider:innen sehen in Grundlagensammlungen, wie verbindliche Wissensbestände thematisch gebündelt und in unterschiedlichen abgegrenzten Wissensgebieten bereitgestellt werden. So entsteht Orientierung über zusammengehörige Referenzbereiche.
Wissensmanager:innen nutzen Grundlagensammlungen, um Kompendien systematisch zu bündeln, zentral zu pflegen und über mehrere Domains hinweg bereitzustellen. Das hilft, Redundanzen zu vermeiden und Governance strukturiert zu begleiten.
Expert:innen finden in Grundlagensammlungen einen klaren thematischen Rahmen, in dem fachliche Grundlagen geordnet verortet sind. Das erleichtert die Wiederverwendung und den Aufbau auf bereits bestehendem Referenzwissen.
Beispiele
- Eine Grundlagensammlung bündelt alle Grundlagen zu einem Fachgebiet.
- Mehrere Domains greifen auf dieselbe Grundlagensammlung zu.
- Ein neues Kompendium wird einer bestehenden Grundlagensammlung zugeordnet, statt einen parallelen Wissensbestand aufzubauen.
Typische Fehler und Stolpersteine
- Grundlagensammlungen werden zu breit oder zu unscharf angelegt.
- Mehrere Sammlungen decken dieselben Inhalte ab.
- Kompendien werden ohne klare thematische Ordnung zugeordnet.
- Domain-Zuordnungen werden nicht konsistent gepflegt.
- Sammlungen werden wie Inhaltscontainer behandelt, obwohl die Strukturierung erst auf Kompendiumsebene beginnt.
Reflexionsimpulse
- Welche Grundlagen gehören thematisch erkennbar zusammen?
- Wo bestehen heute redundante oder verstreute Wissensbestände?
- Welche Sammlungen fehlen, um Orientierung und Wiederverwendung zu verbessern?
- Wo wäre eine gemeinsame Grundlagensammlung sinnvoller als mehrere parallele Einzelstrukturen?
Einladung
- Bündle verwandte Grundlagen in einem gemeinsamen thematischen Rahmen.
- Prüfe, welche Kompendien zusammengehören und ob sie in einer Grundlagensammlung besser organisiert werden können. Schon eine klare Sammlung macht Zusammenhänge sichtbarer und Wiederverwendung leichter.