2.2.2 Kompendien – strukturierte Wissensbereiche innerhalb von Grundlagensammlungen
Ohne strukturierte Wissensbereiche bleiben Grundlagen fragmentiert. Zusammenhänge zwischen Begriffen, Regeln, Prozessen, Ereignissen oder Prüffragen sind schwer erkennbar.
Kompendien ordnen Grundlageneinträge in fachlich kohärente Einheiten. Unterschiedliche Kompendium-Typen sorgen dafür, dass Wissen nicht nur gesammelt, sondern in einer passenden Form erschlossen wird. So entstehen Orientierung, Nachvollziehbarkeit und ein tragfähiger Rahmen für Referenzwissen.
Kompendien sind strukturierte Wissensbereiche innerhalb einer Grundlagensammlung. Sie bündeln zusammengehörige Grundlageneinträge in einer klar gegliederten Form. Das ordnet Wissen thematisch und macht sichtbar, wie einzelne Grundlagen zueinander in Beziehung stehen. Die fachliche Ausarbeitung erfolgt in den zugehörigen Grundlageneinträgen.
Kompendien können unterschiedliche Typen haben. Der Typ bestimmt, wie Inhalte innerhalb des Kompendiums angeordnet werden und welcher Zugang für den jeweiligen Wissensbereich passend ist.
Typische Kompendium-Typen sind:
- Dictionary: hierarchische Gliederung in Kapitel und Unterkapitel.
- Events: Einträge entlang von Datum oder Zeitfolge.
- Maps: Inhalte als Marker auf einer Hintergrundgrafik.
- Video: Gliederung über Keyframes mit Beschreibung.
- Audit: hierarchische Struktur mit Inhalten und zugehörigen Fragen.
Der Kompendium-Typ legt nicht den fachlichen Inhalt fest, sondern die Form, in der dieser Inhalt geordnet und erschlossen wird.
Jedes Kompendium ist einer Grundlagensammlung zugeordnet. Über diese Zuordnung wird festgelegt, in welchem thematischen Rahmen das Kompendium geführt wird. Änderungen an einem Kompendium betreffen seine Gliederung und Struktur, nicht die Inhalte einzelner Grundlageneinträge.
Kernaussagen
- Kompendien sind strukturierte Wissensbereiche innerhalb einer Grundlagensammlung.
- Sie ordnen Grundlageneinträge thematisch und machen Zusammenhänge sichtbar.
- Unterschiedliche Kompendium-Typen bilden unterschiedliche Ordnungslogiken ab.
- Dictionary, Events, Maps, Video und Audit strukturieren Inhalte jeweils auf eigene Weise.
- Änderungen an einem Kompendium betreffen seine Gliederung und Struktur, nicht den Inhalt einzelner Einträge.
Rollensicht
Entscheider:innen sehen in Kompendien klar gegliederte Wissensbereiche, die Orientierung innerhalb eines Fachthemas geben und Zusammenhänge nachvollziehbar machen. Unterschiedliche Kompendium-Typen helfen dabei, Wissen in einer Form bereitzustellen, die zum jeweiligen Zweck passt.
Wissensmanager:innen nutzen Kompendien, um Grundlageneinträge konsistent zu strukturieren und langfristig pflegbar zu halten. Die Kompendium-Typen helfen dabei, für unterschiedliche Wissensformen die passende Ordnungslogik zu wählen und den Grundlagenbereich geordnet weiterzuentwickeln.
Expert:innen arbeiten in Kompendien innerhalb eines klaren fachlichen Rahmens. Je nach Kompendium-Typ lassen sich Begriffe, Prozesse, Ereignisse, visuelle Inhalte oder Prüffragen so aufbereiten, dass Wissen nachvollziehbar aufgebaut und gezielt erweitert werden kann.
Beispiele
- Ein Dictionary-Kompendium bündelt Begriffe und Modelle eines Fachthemas in Kapitel- und Unterkapitelstruktur.
- Ein Events-Kompendium dokumentiert Entwicklungen, Meilensteine oder Veränderungen in zeitlicher Folge.
- Ein Video-Kompendium gliedert Informationen über Keyframes mit Beschreibungen.
- Ein Audit-Kompendium strukturiert Inhalte und zugehörige Fragen für Reviews oder Nachweise.
- Neue Einträge werden in ein bestehendes Kompendium eingeordnet, statt isoliert zu entstehen.
Typische Fehler und Stolpersteine
- Kompendien werden ohne klare innere Struktur angelegt.
- Unterschiedliche Themen werden in einem Kompendium vermischt.
- Neue Einträge werden hinzugefügt, ohne den Zusammenhang zum bestehenden Aufbau zu prüfen.
Reflexionsimpulse
- Welcher Kompendium-Typ passt zu einem jeweiligen Wissensbereich?
- Wo fehlen in bestehenden Grundlagen klare Gliederungen?
- Welche Kompendien sind zu breit, zu unscharf oder sollten getrennt werden?
Einladung
Wähle ein Fachthema mit mehreren zusammenhängenden Grundlagen.
Lege dafür ein Kompendium mit einer klaren Gliederung an und prüfe, welcher Kompendium-Typ dazu passt. Nicht alle Details müssen sofort feststehen. Wichtig ist ein tragfähiger Rahmen für den weiteren Ausbau.